Fotografen und Fotografinnen gestalten Bilder für Werbung, Presse, Porträts und Dokumentation. In Berlin arbeiten viele Profis in diesem Beruf, entsprechend groß ist die Konkurrenz, aber auch die Auswahl an Ausbildungsbetrieben und Schulen.
Überblick über die Ausbildung zum Fotograf/in
Die Ausbildung zum Fotografen verbindet Gestaltung und Technik. In Berlin gibt es zwei Wege, den Beruf zu lernen: die duale Ausbildung in einem Fotografenbetrieb und private Fotoschulen mit eigenen Lehrgängen.
Dauer und Struktur der Ausbildung
Fotograf/in ist ein Handwerksberuf, die Ausbildung dauert drei Jahre. Sie ist dual aufgebaut: Gelernt wird im Betrieb und in der Berufsschule, ergänzt durch überbetriebliche Lehrgänge. Am Ende steht die Gesellenprüfung.
Im Betrieb lernen Auszubildende die Arbeit an echten Aufträgen, von der Aufnahme bis zur fertigen Bilddatei.
Voraussetzungen für die Ausbildung
Für die Fotografenausbildung werden in der Regel erwartet:
- Ein guter Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife
- Technisches Verständnis und Interesse an Fotografie
- Kreativität und ein Auge für Bildkomposition
- Kommunikationsfähigkeit und Teamgeist
Theoretische Inhalte
In der Theorie stehen Fototheorie, Bildgestaltung und Farbenlehre auf dem Plan. Die praktische Ausbildung richtet sich nach dem Schwerpunkt, in dem der Betrieb ausbildet (siehe unten).
Fotoschulen in Berlin
Neben der dualen Ausbildung gibt es in Berlin private Fotoschulen. Bekannte Einrichtungen sind die Neue Schule für Fotografie und die Ostkreuzschule. Beide unterrichten Technik und künstlerische Fotografie, als Dozenten arbeiten dort Fotografen aus der Praxis.
Die Lehrgänge dieser Schulen sind keine duale Berufsausbildung und enden nicht mit der Gesellenprüfung. Sie eignen sich vor allem für Menschen, die künstlerisch arbeiten und eine eigene Bildsprache entwickeln wollen. Wer den anerkannten Berufsabschluss anstrebt, braucht einen Ausbildungsplatz in einem Betrieb.
Schwerpunkte in der Fotografie-Ausbildung
Die duale Ausbildung wird in einem von vier Schwerpunkten absolviert: Porträtfotografie, Produktfotografie, Industrie- und Architekturfotografie oder Wissenschaftsfotografie. Welcher es wird, hängt vom Ausbildungsbetrieb ab.
Produktfotografie
In der Produktfotografie geht es darum, Objekte für Werbung und Kataloge ansprechend darzustellen. Fotografen lernen, mit Licht, Schatten und Perspektiven zu arbeiten und Aufnahmen nach Layout und Kundenbriefing umzusetzen.
Anschließend kommt meist die Bildbearbeitung zum Einsatz, um die Ergebnisse zu verfeinern.

Porträtfotografie
In der Porträtfotografie setzen Fotografen Menschen in Szene und versuchen, deren Persönlichkeit einzufangen. Dafür braucht es Einfühlungsvermögen und gute Kommunikation, denn Porträtkunden erwarten auch Beratung.
Angehende Fotografen lernen, eine entspannte Atmosphäre zu schaffen. Sie üben, mit Licht und Posen individuelle Züge hervorzuheben.
Industrie- und Architekturfotografie
Hier fotografieren Auszubildende Gebäude, Innenräume, Anlagen und Produktionsstätten. Sie arbeiten mit Fachkameras und verschiedenen Objektiven und wählen den Standpunkt so, dass Linien und Proportionen stimmen.
Wissenschaftsfotografie
Die Wissenschaftsfotografie arbeitet für Forschung, Lehre und Dokumentation, etwa in Museen, Kliniken oder kriminaltechnischen Einrichtungen. Dazu gehören spezielle Verfahren wie Infrarot- oder UV-Fotografie.
Die Tabelle fasst die vier Schwerpunkte zusammen:
| Schwerpunkt | Ziel | Wichtige Fähigkeiten |
|---|---|---|
| Produktfotografie | Objekte ansprechend präsentieren | Licht, Schatten, Perspektiven, Bildbearbeitung |
| Porträtfotografie | Persönlichkeit einfangen | Einfühlungsvermögen, Kommunikation, Lichtführung, Posen |
| Industrie- und Architekturfotografie | Gebäude und Anlagen exakt abbilden | Fachkamera, Perspektivkorrektur, Standortwahl |
| Wissenschaftsfotografie | Objekte und Befunde dokumentieren | Spezielle Aufnahmeverfahren, Genauigkeit, Dokumentation |
Reportage-, Mode- oder Hochzeitsfotografie sind keine eigenen Ausbildungsschwerpunkte. Wer dort arbeiten will, spezialisiert sich meist nach der Ausbildung.
Technische Aspekte der Fotografie
Zur Ausbildung gehört auch die Technik. Angehende Fotografen lernen den Umgang mit verschiedenen Kamerasystemen und Objektiven. Die Kameratechnik umfasst die Bedienung und das Verständnis von Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert.
Ein weiterer Bereich ist die Beleuchtung. Auszubildende lernen, Blitz, Dauerlicht und Tageslicht so einzusetzen, dass die gewünschte Stimmung entsteht.
Ohne Bildbearbeitung kommt heute kaum ein Fotograf aus. Mit Programmen wie Adobe Photoshop oder Lightroom werden Bilder nachträglich bearbeitet, und Auszubildende lernen diese Arbeit von Grund auf.
Einige Fotoschulen, etwa die Neue Schule für Fotografie Berlin, unterrichten auch analoge Techniken. Die Arbeit im Schwarzweiß- und Farblabor vermittelt ein tieferes Verständnis für die Grundlagen der Fotografie.
Karrieremöglichkeiten nach der Ausbildung zum Fotograf
Nach der Ausbildung reichen die Wege von der Festanstellung bis zur Selbstständigkeit, oft mit einer Spezialisierung.

Festanstellung in Studios oder Agenturen
Viele Fotografen arbeiten fest angestellt in Fotostudios oder Werbeagenturen. Dort setzen sie gemeinsam mit anderen Fachleuten Aufträge um.
Die Aufgaben reichen von Produktfotos über Modefotografie bis zu redaktionellen Projekten.
Selbstständigkeit als Fotograf/in
Viele Absolventen machen sich selbstständig. Als Freiberufler baut man ein eigenes Portfolio auf, setzt eigene Projekte um und arbeitet für verschiedene Kunden.
Dafür braucht es Unternehmergeist, Eigeninitiative und ein gutes Netzwerk.
Spezialisierungsmöglichkeiten
Mit einer Spezialisierung können sich Fotografen am Markt klarer positionieren. Verbreitete Richtungen sind:
- Porträtfotografie
- Werbefotografie
- Architekturfotografie
- Reportage- und Dokumentarfotografie
- Hochzeitsfotografie
| Karriereweg | Vorteile | Herausforderungen |
|---|---|---|
| Festanstellung | Stabile Beschäftigung, Teamarbeit, unterschiedliche Projekte | Begrenzte kreative Freiheit, feste Arbeitszeiten |
| Selbstständigkeit | Kreative Freiheit, eigene Projekte, flexible Zeiteinteilung | Finanzielle Unsicherheit, Eigenverantwortung, Akquise |
Tipps für die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz
Erstellen eines aussagekräftigen Portfolios
Das Portfolio ist der wichtigste Teil jeder Bewerbung in der Fotografie. Es zeigt Ihre besten Arbeiten. Unterschiedliche Motive und Stile zeigen, was Sie können.
Beim Zusammenstellen helfen diese Regeln:
- Qualität vor Quantität: Wählen Sie nur Ihre besten Aufnahmen aus.
- Konsistenz: Achten Sie auf eine einheitliche Bildsprache und einen stimmigen Gesamteindruck.
- Präsentation: Verwenden Sie gute Drucke oder eine professionelle Online-Plattform.
Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche
Nach der schriftlichen Bewerbung folgt meist ein Vorstellungsgespräch. Diese Schritte helfen bei der Vorbereitung:
- Recherchieren Sie den Ausbildungsbetrieb und zeigen Sie Interesse an dessen Arbeit.
- Bereiten Sie Antworten auf gängige Fragen vor, beispielsweise zu Ihren Stärken und Zielen.
- Stellen Sie eigene Fragen, um Ihr Engagement zu unterstreichen.
- Bereiten Sie sich auf praktische Übungen oder Tests vor, die Ihre Fähigkeiten prüfen.
| Dos | Don’ts |
|---|---|
| Pünktlich und angemessen gekleidet erscheinen | Unpassende Kleidung tragen |
| Selbstbewusst und interessiert auftreten | Unsicherheit oder Desinteresse zeigen |
| Eigene Fragen stellen und zuhören | Den Gesprächspartner unterbrechen oder nicht auf Fragen eingehen |
Fazit
Wer in Berlin Fotograf werden will, hat zwei Wege: die dreijährige duale Ausbildung mit Gesellenprüfung in einem Betrieb oder einen Lehrgang an einer privaten Fotoschule ohne anerkannten Berufsabschluss. In der dualen Ausbildung gibt der Betrieb einen von vier Schwerpunkten vor: Porträt, Produkt, Industrie und Architektur oder Wissenschaft.
Danach arbeiten Fotografen in Studios oder Agenturen oder machen sich selbstständig. Richtungen wie Mode-, Hochzeits- oder Dokumentarfotografie kommen meist als Spezialisierung nach der Ausbildung hinzu.
