Masterstudium

Nach dem Bachelorabschluss haben Sie in der Regel verschiedene Möglichkeiten: Sie können sich einen Job suchen und ins Berufsleben einsteigen oder noch ein Masterstudium absolvieren, sei es unmittelbar im Anschluss an das Bachelorstudium oder zu einem späteren Zeitpunkt. Masterstudiengänge dauern meist vier Semester, teilweise auch drei oder im Fall weiterbildender Masterstudiengänge auch zwei, und werden an allen Hochschularten angeboten. Außerdem können Sie natürlich Ihren Master auch im Ausland machen.

Argumente für ein Masterstudium

In manchen Fällen ist der Masterabschluss zwingend erforderlich, um den angestrebten Beruf ausüben zu können (Beispiel: Lehramt). Bei anderen Studiengängen und Berufen sprechen unterschiedliche Argumente dafür, auf den Bachelor- noch einen Masterabschluss zu setzen. In erster Linie entscheiden natürlich Ihr fachliches Interesse (die Promotion setzt den Master voraus) sowie Ihre Fähigkeiten und Bedürfnisse, aber natürlich spielen auch die Anforderungen des Arbeitsmarkts eine Rolle. So eröffnet Ihnen ein Masterabschluss beispielsweise den Zugang zu Führungs- und Personalverantwortung sowie zum höheren öffentlichen Dienst.

Kategorien von Masterstudiengängen

Masterstudiengänge setzen stets einen ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss voraus. Je nachdem, ob die Bewerber darüber hinaus Berufserfahrung mitbringen müssen oder nicht, werden zwei Kategorien von Studiengängen unterschieden: konsekutive und weiterbildende.

Konsekutive Masterstudiengänge sind konzipiert für Bewerberinnen und Bewerber, die unmittelbar oder auch erst einige Zeit nach ihrem Bachelorstudium dessen Inhalte vertiefen oder aber neues Wissen in anderen Bereichen erwerben wollen. Dabei kann zwischen eher forschungsorientierten und eher anwendungsorientierten Masterstudiengängen gewählt werden.

Im Land Berlin gliedern sich die konsekutiven Masterstudiengänge in zwei zusätzliche Kategorien
(das Brandenburger Hochschulgesetz sieht diese Differenzierung nicht vor):

  • Variante A: Masterstudiengänge, die als vertiefende, verbreiternde oder fachübergreifende Studiengänge auf einen Bachelorstudiengang aufbauen.
  • Variante B: Masterstudiengänge, die einen berufsqualifizierenden Hochschulabschluss voraussetzen, aber nicht auf bestimmte Bachelorstudiengänge aufbauen.

Anders als die konsekutiven setzen weiterbildende Masterstudiengänge im Regelfall voraus, dass die Bewerberinnen und Bewerber nach ihrem ersten Hochschulabschluss mindestens ein Jahr qualifizierte berufspraktische Erfahrung gesammelt haben. An diese Erfahrung knüpft das Ausbildungskonzept an und stellt Bezüge zu bestimmten beruflichen Praxisfeldern her.

Zugangsvoraussetzungen

Außer einem geeigneten Bachelorabschluss oder einem anerkannten Äquivalent (z. B. Diplom, Staatsexamen) und – bei weiterbildenden Masterstudiengängen – der mindestens einjährigen qualifizierten Berufstätigkeit werden speziell für konsekutive Masterstudiengänge der Variante A oft zusätzliche Voraussetzungen verlangt, darunter vor allem studienrelevante Sprachkenntnisse.

Bewerbung und Zulassung

Für Masterstudiengänge ist stets eine Bewerbung erforderlich. Informationen über die einzureichenden Unterlagen, die Bewerberauswahl und den Ablauf des Zulassungsverfahrens sind in der Regel auf den Webseiten der Hochschulen zu finden. Bewerben können Sie sich meist schon, wenn Sie Ihren Bachelorabschluss noch nicht in der Tasche haben, aber aufgrund Ihrer bisherigen Studienleistungen nachweisen können, dass Sie ihn rechtzeitig vor Beginn des Masterstudiums erlangen und auch alle sonstigen Zugangsvoraussetzungen erfüllen werden.

An den öffentlichen Hochschulen in Berlin werden bei konsekutiven Masterstudiengängen bis zu 80 % der Studienplätze aufgrund der Auswahlkriterien vergeben, die jede Hochschule für jeden einzelnen Studiengang jedes Jahr gesondert festlegt. 20 % der Studienplätze konsekutiver (nicht weiterbildender) Masterstudiengänge müssen laut BerlHG nach dem Kriterium Wartezeit besetzt werden.

An den Brandenburger Hochschulen gelten dagegen weder einheitliche Quoten noch sonstige einheitliche Regelungen für die Vergabe der Master-Studienplätze.

Kosten

Die öffentlichen Hochschulen in Berlin und Brandenburg erheben für konsekutive Masterstudiengänge keine Studiengebühren; zu zahlen sind wie im grundständigen Studium nur die üblichen Semestergebühren und -beiträge. Für weiterbildende Masterstudiengänge werden dagegen in beiden Ländern meist Gebühren verlangt, deren Höhe nicht nur von Hochschule zu Hochschule variiert, sondern auch innerhalb derselben Hochschule von Studiengang zu Studiengang – in teils erheblichem Umfang.

Finanzierung

BAföG für ein Masterstudium können Sie bekommen, wenn der Bachelorabschluss Ihr bislang einziger Hochschulabschluss ist, wenn Sie das Masterstudium in Deutschland oder einem anderen EU-Land als Vollzeitstudium absolvieren und wenn Sie bei Beginn des Studiums noch nicht 35 Jahre alt sind (s. Auslands-BAföG und unsere BAföG-Seite). Ansonsten können Sie sich natürlich um ein Stipendium bemühen. Auch der Bildungskredit kommt als Finanzierungsmöglichkeit in Betracht.

Beratung

Allgemeine Fragen zum Masterstudium beantworten die Studienberatungsstellen der Hochschulen. Ansprechpartner für jeden einzelnen Masterstudiengang finden Sie über die Webseiten der Hochschulen, meist unter „Studienfachberatung“.

Ausgewählte Links

Studiengangsuche: Masterstudiengänge in Berlin und Brandenburg) (Koordinationsbüro "Studieren in Berlin und Brandenburg")
Berliner Hochschulgesetz
Brandenburgisches Hochschulgesetz
Masterstudiengänge der FU Berlin
(als Beispiel: Freie Universtiät Berlin)
Masterstudium: Bewerbung und Immatrikulation (als Beispiel: Universität Potsdam)
BAföG-Förderung für ein Masterstudium (Studis Online)
Akkreditierung von Bachelor- und Masterstudiengängen, Beschluss v. 4. Februar 2010 (Kultusministerkonferenz, PDF, 45 KB)

Wissenschaftliches zum Thema

Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium (Hochschul-Informations-System GmbH, 2012, PDF, 310 KB)