Zusage und Ablehnung

Das Bewerbungsverfahren endet im Idealfall mit der Zulassung zum Studium. Aber auch auf mögliche Ablehnungsbescheide sollten Sie sich vorbereiten und frühzeitig über Alternativen zum Traum-Studium an Ihrer Wunsch-Hochschule nachdenken.

Wenn der Zulassungsbescheid nicht ausreicht

Im Zulassungsbescheid ist die Frist angegeben, innerhalb der Sie den zugesagten Studienplatz durch Immatrikulation an der Hochschule annehmen müssen. Erst wenn Sie sich eingeschrieben haben, ist Ihnen der Studienplatz wirklich sicher. Versäumen Sie dagegen die angegebene Frist, wird Ihr Platz im Rahmen des Nachrückverfahrens anderweitig vergeben. Meist müssen Sie zur Immatrikulation (Einschreibung) noch weitere fachbezogene Nachweise einreichen. So sind z. B. in vielen Fachhochschul- und einigen Universitätsstudiengängen Bescheinigungen über einschlägige Praktika vorzulegen. In Fremdsprachenfächern kann der Nachweis erfolgreich absolvierter Sprachtests verlangt werden. Damit Ihnen nicht im entscheidenden Moment ein wichtiger Nachweis fehlt, sollten Sie sich rechtzeitig informieren, welche Unterlagen im Falle einer Studienplatzzusage von den Hochschulen angefordert werden. Die Informationen finden Sie in der Regel auf den Webseiten der Hochschulen bzw. der Fachbereiche.

Abgelehnt – was nun?

Leider müssen Sie immer auch die Möglichkeit mit einplanen, dass Sie keinen Studienplatz erhalten. Das gilt vor allem für den Fall, dass Sie sich für besonders gefragte Studiengänge an prominenten Hochschulstandorten in der Region interessieren. Wer nicht nur Absagen riskieren will, sollte sich deshalb gezielt auch bei weniger bekannten Hochschulen an nicht ganz so exponierten Orten bewerben. Zuweilen bekommen Sie hier im Rahmen des Studiums sogar mehr geboten als anderswo. Auch besteht die Chance, dass Sie leichter Kontakte knüpfen und sich schneller aufgehoben fühlen als z. B. an den großen Hochschulen in der Metropole Berlin. Und zur Not besteht ja auch immer noch die Möglichkeit eines Hochschulwechsels in einem höheren Semester, wobei dies zugegebenermaßen nicht immer ganz leicht ist …

Haben Sie nicht entsprechend vorgesorgt und stehen Sie nun tatsächlich ohne Zusagen da, besteht zunächst noch ein Funken Hoffnung, dass Sie über das Nachrückverfahren einen Studienplatz erhalten. Ansonsten sollten Sie spätestens jetzt flexibel sein, was den Hochschulstandort angeht: An vielen Hochschulen in der Region bleiben Studienplätze nämlich unbesetzt und werden oft noch kurz vor Vorlesungsbeginn über Losverfahren vergeben. Entsprechende Anträge können Sie nach dem Ende der offiziellen Bewerbungsphase bei jeder Hochschule stellen – die Modalitäten sind allerdings überall verschieden. Über frei gebliebene Studienplätze informiert die bundesweite Studienplatzbörse der Hochschulrektorenkonferenz und der Stiftung für Hochschulzulassung (siehe Ausgewählte Links). Es kommt auch vor, dass Studiengänge, die im Großraum Berlin zulassungsbeschränkt sind, in anderen Regionen zulassungsfrei studiert werden können. In diesem Fall müssen Sie sich dort einfach nur fristgerecht einschreiben.

Studienplatztausch

Haben Sie eine Studienplatzzusage erhalten, wollen Sie aber lieber an einer anderen Hochschule studieren, können Sie versuchen, an der Wunschhochschule eine ebenfalls frisch zugelassene Studentin oder einen Studenten zu finden, die/der mit Ihnen den Studienplatz tauscht. Dafür stehen im Internet Tauschbörsen zur Verfügung. Nicht immer lassen die Hochschulen allerdings einen Tausch schon im ersten Semester zu.

Lohnt sich Wartezeit?

Für die meisten zulassungsbeschränkten Studiengänge ist zwar auch eine Zulassung nach Wartezeit vorgesehen, aber die Quote umfasst meist nur 20% der Studienplätze. Deshalb müssen Sie unter Umständen unabsehbar lange auf einen Platz warten. Eine kurze Wartezeit kann noch sinnvoll mit einem Praktikum, einem Freiwilligendienst (z. B. einem Freiwilligen Sozialen oder Ökologischen Jahr oder dem Bundesfreiwilligendienst) bzw. mit einer Berufsausbildung überbrückt werden. Ein Parkstudium in einem anderen Studiengang ist dagegen nicht zu empfehlen, weil es nicht auf die Wartezeit angerechnet wird. Sind die Wartezeit-Auswahlgrenzen an der Wunschhochschule allerdings erfahrungsgemäß länger als drei Jahre, sollten Sie sich Alternativen überlegen. An einem anderen Studienort könnten Sie in diesem Zeitraum schon Ihr Bachelorstudium abschließen. Möglicherweise ist ja auch das Studium eines verwandten Studiengangs mit anschließendem Masterstudium im Spektrum des Wunschfachs eine Alternative ...

Information und Beratung

Über die bei der Immatrikulation vorzulegenden Nachweise und die Einschreibmodalitäten sowie über Nachrück- und Losverfahren informieren die Hochschulen meist auf Ihren Webseiten. Suchen Sie nach Alternativen zur Wartezeit, können Sie sich an die Studienberatungsstellen der Hochschulen wenden.

Ausgewählte Links

Freie Plätze - bundesweite Studienplatzbörse (Hochschulrektorenkonferenz / Stiftung für Hochschulzulassung)
Studienplatztauschbörse (Verein zur Förderung studentischer Belange e. V.)
Freiwilliges Ökologisches Jahr (Bundesarbeitskreis Freiwilliges Ökologisches Jahr)
Freiwilliges Soziales Jahr (Bundesarbeitskreis Freiwilliges Soziales Jahr)
Freiwilliges Soziales Jahr in der Kultur (Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendhilfe e. V.)
Freiwilliges Soziales Jahr im Sport (Deutsche Sportjugend im Deutschen Olympischen Sportbund e. V.)
Bundesfreiwilligendienst (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)